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land-grabbing & mining

Autor: Till | Datum: 21 Februar 2012, 11:03 | Kommentare deaktiviert

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Ein strahlend blauer Himmel, ein kühler Luftzug und ein von der Sonne verbrannter Farmer begrüßen uns, als wir aus dem Van steigen. Hinter uns liegen ca. zwei Stunden Fahrt über eine staubige Straße, mitten durch grüne Felder und Palmenhaine und wenn man sich jetzt umschaut erblickt man vor allem Reisfelder, ab und zu eine kleine Hütte und den Horizont bildet eine Hügelkette, an deren Hängen sich die Felder hochziehen.

Wenige Minuten später sitzen wir unter einem Dach aus Palmenblättern, auf Bambusstreben, vor uns eine dampfende Schüssel Reis und ein riesiger Fisch. Alles in allem ein idyllischer und schöner Tag. Doch das bleibt natürlich nicht so, denn das Thema, das uns hergeführt hat, heißt land-grabbing bzw. mining und nach dem Essen verfliegt die gute Laune schnell.

„Spätestens in ein paar Jahren werde ich nicht mehr hier leben können,“ berichtet uns unser Gastgeber, „vermutlich sind es eher Monate.“ Wir befinden uns in South Cotabato, einer Region in Mindanao, der südlichsten, der drei Hauptinseln, der Philippinen und zwar in einem Gebiet, von dem bereits große Teile an einen Ausländischen Investor verkauft sind. Die Theorie hinter diesem Vorgang ist leicht beschrieben, wobei man anstatt Theorie vielleicht lieber von einem Deckmantel für rein kapitalistische Interessen sprechen sollte.

Land-grabbing beschreibt das Kaufen, oder Mieten einer Fläche in einem anderen Land, im Austausch dafür, fließt natürlich Geld, zusätzlich werden aber auch Aussichten auf Dinge, wie die Verbesserung der Infrastruktur, oder der Technologie im „Gastland“ geweckt. Auf den Philippinen werden riesige Flächen Land an ausländische Investoren verpachtet, die Vertragsdauer kann sich auf bis zu 25 Jahre erstrecken und im Anschluss um weitere 25 verlängert werden. Außerdem ist es ausländischen Firmen möglich mehr als 4mal soviel Land zupachten wie philippinische Firmen und dies ohne philippinische Beteiligung und mit 100% Rückführung des Gewinns, dies und Annehmlichkeiten, wie Subventionen, Steuerfreiheiten und die Unterstützung der Regierung, sichert ihnen ein Gesetz aus dem Jahre 1995 zu, der sogenannte Mining Act.

Was dies jedoch für die lokale Bevölkerung bedeutet, wie ihre Zukunft aussieht und mit was für Mitteln, die Regierung, die Polizei und auch das Militär diese Pläne für die Konzerne durchsetzen, dass alles berichtet uns der Farmer bei dem wir zu Gast sind.

Er erklärt uns, dass große Teile der umliegenden Felder bereits an einen chinesischen Investor verkauft wurden. Die Entscheidung, die Fläche zu verkaufen, ging nicht von den Farmern selbst aus, sondern wurde von der Regierung zusammen mit einem Großgrundbesitzer der Region gefällt. Dazu muss man wissen, dass die Besitzsituation sehr schwierig ist, da nur ein Bruchteil der Farmer sein Land selbst besitzt, die anderen bewirtschaften es zwar selbstständig, müssen allerdings Abgaben zahlen, bzw. eine normale Pacht, die jedoch meist für einen kurzen Zeitraum ausgelegt ist. Der Wechsel des Besitzers bedeutet jedoch nicht nur, dass nun eine andere Person die Pacht erhält, nein er ist viel gravierender.

Vorher halbwegs autonome Farmer, werden die Menschen, wenn sie ihr Land nicht verlassen wollen, nun in Land- bzw. Plantagenarbeiter umgewandelt, will heißen, sie haben auf den Plantagen der Investoren zu arbeiten und deren Produkte anzubauen, bei einem Tageslohn von ca. 150 Pesos (beim momentanen Kurs, ein bisschen weniger als drei Euro). Zusätzlich leiden sie unter den Pestiziden, die bei der Produktion eingesetzt werden und nicht nur die Arbeiter, sondern auch den Boden nachhaltig schädigen.

Schlimmer als dies ist jedoch noch die Tatsache, dass sich auch die angebauten Produkte verändern, wo früher Reis, für die Ernährung der lokalen Bevölkerung angebaut wird, werden nun Bananen, Ananas oder Kokosnüsse für den Export gezüchtet.

Die Philippinen sind schon lange nicht mehr in der Lage sich allein selbst zu versorgen, weswegen billiger Reis aus dem Ausland importiert werden muss. Die Ernährung der Bevölkerung ist, bei einem rasanten Populationswachstum, was es offensichtlich gibt, gefährdet.

Es wird also eine imperialistische Ausbeutung des Landes betrieben, wenn man von einem modernen Imperialismus sprechen möchte, ist das einzig moderne vermutlich, dass Arbeiter nicht mehr in Ketten arbeiten müssen.

Das erschreckendste an dieser Sache ist, dass dieser ganze Vorgang von der Regierung gestützt und gefördert wird.

Unser Gastgeber ist einer der wenigen Farmer, die ihr Land wirklich selbst besitzen, doch auch er hat kaum Hoffnung. „Wenn ich ihnen das Land nicht überlasse, wird das Militär mich und meine Familie vertreiben.“ Vertreibung ist in diesem Fall vermutlich noch das harmloseste, zu oft wurden Bauern, die sich zum Widerstand formierten kaltblütig ermordet, als das es einen Zweifel an der Skrupellosigkeit der Verantwortlichen geben könnte.

Die Einschüchterung der Bevölkerung folgt immer dem gleichen Muster.

Zuerst wird die Militärpräsents in der Region erhört. Truppen werden in Rathäusern, Schulen oder Gesundheitszentren einquartiert. Darauf folgt die Kontrolle der Bevölkerung um Widerstände auszumachen, in diesem Fall wurden die Anwohner gezwungen eine Art Bürgerwehr aufzustellen, um das Land vor Übergriffen durch die NPA oder ähnlichen Gruppen zu schützen. Einmal pro Woche muss jeder Bürger Nachts eine Stunde Wache schieben, um das zu beschützen, was ihm den Lebensunterhalt nehmen wird.

Auf diese Art wird ein solcher Druck erzeugt, dass es kaum möglich ist einen Widerstand zu formieren und dennoch haben sich ein paar Farmer zusammengeschlossen, zu denen auch unser Gastgeber gehört, die sich widersetzen wollen. In welchem Maße das passieren wird, wird jedoch nicht offen ausgesprochen. Die Begegnung und der Bericht war sehr beieindruckend und stand im krassen Gegensatz, zu dem was wir erlebten, als wir am Abend des Tages, am Fuße der Berge mit den Anwohnern über die Bedrohung durch den Bergbau sprachen. Der Bergbau ist, anders als das land-grabbing in der Landwirtschaft, deutlich sichtbar. Auf den Feldern werden die grünen Reishalme zu Maispflanzen oder Zuckerrohr, beim Bergbau werden bewaldete Hänge zu schlammigen Kratern, wie Narben in der Landschaft.

Die Philippinen haben große Ressourcenvorkommen, darunter Gold und Kupfer, um diese zu fördern werden jedoch keine Löcher in der Berge gegraben, wie man es sich beim Bergbau vorstellt. Nein, es wird einfach der ganze Berg abgetragen. Auf diese Weise wird die Landschaft unwiderruflich entstellt, Flüsse werden von rotem Schlamm verstopft und ganze Dörfer vertrieben.

Kommen die Investoren in den landwirtschaftlichen Sektoren hauptsächlich aus Asien und den Emiraten, sind im Bezug auf den Bergbau vor allem australische und kanadische Konzerne aktiv, doch auch deutsche Unternehmen investieren in beide Felder.

Als wir mit den Bewohnern eines der in Zukunft von einem ebensolchen von Openpit Mining betroffenen Gebiet sprachen, wurde deutlich, wie wenig Informationsfluss es zwischen der Regierung und der Bevölkerung gibt. Nur wenige wussten überhaupt von den bevorstehenden Veränderungen und von den Folgen und die meisten beschäftigten sich nicht mit diesem Thema.

Sie haben sich damit abgefunden, dass die Regierung auf ihr Leben Einfluss nimmt und dass sie es nicht kontrollieren können, für sie ist die Taktik damit umzugehen Anpassung und nicht Widerstand und niemand kann sie dafür verurteilen. Auch wenn die Arbeiten starten wollten sie bleiben, es gebe bestimmt Arbeit, entweder in der Mine, oder beim beseitigen der Rückstände. Eine andere Möglichkeit sieht kaum einer von ihnen. Dies wird besonders im Gespräch mit der Jugend deutlich, in der Schule ist dies kein Thema und keiner weiß etwas darauf zu sagen, wie er zu dem Problem steht.

Am Ende des Tages stehen sich die zwei Wege gegenüber, zum einen die Menschen die sich mit ihr Situation abgefunden haben und sich nicht wehren können und zum anderen der Farmer, der seine Existenz und vielleicht sein Leben für sein Recht auf Freiheit aufs Spiel setzen würde. Es steht meiner Meinung niemandem zu über den einen oder anderen Weg zu urteilen, das einzige, worüber es ein klares Urteil gibt, ist das politische und wirtschaftliche System dieser Welt. In dem Menschen die systematische Zerstörung ihrer Heimat, die Gefährdung ihrer Gesundheit und Vernichtung ihrer Lebensgrundlage in Kauf nehmen müssen, alles für die Wirtschaftlichen Interessen von multinationalen Konzernen und kapitalistischen Motive der Verantwortlichen. Hoch lebe die Globalisierung.

 

Das Beste kommt zum Schluss - oh doch nicht.

Autor: Till | Datum: 18 Februar 2012, 16:37 | Kommentare deaktiviert

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Das Beste kommt zum Schluss heißt es, aber das ist leider nicht ganz wahr habe ich festgestellt. Nächste Woche Montag bricht die vorerst letzte Woche in meinem jetzigen Daycare Center an und aus dem Grund gibt es noch mal so etwas wie einen kleinen Abschlussbericht.

Mittlerweile hab ich auch noch ein bisschen mehr über die Besitzverhältnisse im Bezug auf das Land heraus gefunden, also beginnen wir noch einmal mit einer kleinen Inforunde:

Wie bereits erwähnt liegt das Center in Danlagan, was wiederum ein Teil von Padro Burgos, Quezon Province ist und die ganze Sache liegt ca. 50 km von Lucena entfernt.

Das Center an sich besteht komplett geflochtenen Palmenblättern bzw. Bambusstreben, es gibt weder Strom noch Wasser und der Innenraum besteht aus einer Holzplatte, die auf 4 Bambusklötzen steht und als Tisch dient, sowie einer kleinen Tafel.

Angemeldet sind 22 Kinder, wobei das Maximum eigentlich bei 20 liegt, aus 11 verschiedenen Familien. Diese Familien leben, zusammen mit 8 anderen Familien, die keine Kinder im Center haben, auf einer 22 Hektar großen Fläche. Im Schnitt besteht eine Familie aus sechs Leuten und als momentaner Mathelehrer kann ich einfach mal behaupten, dass das dann 114 Menschen macht. Ein Großteil dieser Leute kommt ursprünglich aus den Visayas, einer Inselkette, die südlich von Luzon liegt.

Den Grund des Umzuges hab ich ja glaub ich schon erläutert und da es ja langweilig für alle Beteiligten ist, wenn ich alles doppelt erzähle machen wir erst mal weiter.

Auf jeden Fall bestellen diese Familien jetzt, eben diese 22 Hektar Land, die ihnen natürlich nicht selbst gehören. Nein es ist viel mehr, wie im Mittelalter, dass sie dem Landbesitzer 20% aller erwirtschaften Güter abgeben müssen. Dieser „Lehnsherr“ macht aber im Gegenzug keinen Finger krumm, um die Verhältnisse dort zu verbessern. Hoch lebe der Feudalismus!

Ich könnte mich jetzt noch ein bisschen über das System auslassen, aber ich glaube das spare ich mir für den nächsten Bericht, über Mining und Landgrabbing auf ;)

Also erst mal was schönes. Die Arbeit mit den Kindern in den letzen Wochen war wirklich schön und hat super viel Spaß gemacht. Das schönste ist natürlich, dass man mittlerweile wirkliche Fortschritte sieht, auch bei Kindern, bei denen ich es am Anfang nie vermutet hätte. Da machte es dann auch nichts, dass die Idee von Memori spielen, also ich hatte extra eins gebastelt, nicht verstanden wurde, wir sortieren jetzt einfach immer die Karten und versuchen zu den Nummern die richtigen Bildchen zu finden. Aber da alle dabei Spaß haben, ist das schon okay. Nach einigem Ausprobieren bin ich dann darauf gekommen, dass die Kinder am besten mitmachen, wenn man die ganze Sache versucht auf ihren Alltag zurecht zu biegen. Will heißen, dass wir dann Zahlen lernen indem wir Eier in ein Hühnernest an der Tafel malen. (Funktionier nur, wenn das Huhn neben dem Nest auch als solches zu erkennen ist, wenn’s hässlich geworden ist, bekomm ich Ärger von den Kids) Nachdem ich eine der anderen Zeichnungen soweit erklärt hatte, dass es als Mensch beim Kokosnuss pflücken erkennbar war, hat es dann sogar mit Subtraktion geklappt. Also alles in allem echt gut. Die kleinen Kinder, die noch viel zu jung für Mathe und den Kram sind, malen dann einfach Bilder von ihren Familien und versuchen dann beim Malen mir Quer durch die Klasse Geschichten zu erzählen, versteh ich zwar meistens weder akustisch, noch übersetzungstechnisch, aber es ist super lustig ihnen beim aufgeregten Gestikulieren zu zugucken und daraus kann man dann auch ein paar Sachen schließen.

Nunja dem entsprechend ging es mir die letzen Wochen ziemlich gut, so dass ich auch den Bibelkreis am Nachmittag ertragen konnte, absolutes Topthema der letzten Woche: Wer ist eigentlich cooler, Jesus oder Jose Rizal?

Leider blieb es dann nicht so gut, was daran lag, dass die Zeit kam, in der sich die Kinder in der Grundschule bewerben müssen. Also eigentlich müssen sie sich nur einschreiben mit ihren Eltern, aber da die Lehrer hier der Meinung sind, dass ein Kind das schlecht lernt ein negatives Licht auf sie werfen würde, sind sie nicht bereit Kinder zu akzeptieren, die noch nicht das Alphabet bzw. zählen können. Das muss man sich mal vorstellen, den Kindern wird auf Grund eines Elternhauses in dem nicht von selbst unterrichtet wird, bereits vor Beginn ihrer Schulzeit das Recht auf Bildung abgesprochen, weil die Lehrer nicht bereit sind sich mit komplizierten Fällen zu beschäftigen. Da fragt man sich natürlich, wie ein solches Kind überhaupt jemals aus dem Kreislauf der Armut ausbrechen soll. Da bekomme ich natürlich richtig das Kotzen, sorry aber muss gesagt werden ;)

Naja das war Punkt 1 an dem ich ein bisschen an die Decke gehe, was jetzt kommt finde ich jedoch genauso schlimm.

Wir haben ja von den ca. zwölf Kinder, die alt genug für die erste Klasse sind, ungefähr neun, die vermutlich den Test in der Schule bestehen könnten. Bei vier von den Kindern, haben die Eltern allerdings beschlossen, ihre Kinder erst gar nicht in der Schule anzumelden. Warum das so ist, weiß keiner so wirklich. Vermutlich ist es eine Mischung aus wirtschaftlichen Gründen, wie z.B. die Tatsache, dass die Kinder dann nicht mehr arbeiten können, mangelnder Aufklärung über die Bedeutung von Bildung und purem Desinteresse. Leider hilft in manchen Fällen noch  nicht einmal der Zuspruch, bzw. die Aufforderungen der Lehrerin. Manchmal würde ich die Kinder am liebsten packen, alle innen Bollerwagen stecken und zur Schule karren um die da persönlich anzumelden, aber das geht natürlich eher schlecht.

Naja man sieht auf jeden Fall, das die Aufklärung der Eltern mindestens genauso wichtig ist, wie das unterrichten und vorbereiten der Kinder.

So ich muss jetzt mal zum Ende kommen, weil ich direkt den nächsten Bericht auch noch schreiben will, wenn ich mich das aufgerafft habe und die Zeit da ist.

Aber ich will nicht so negativ aufhören, darum noch was Schönes zum Ende.

Anfang März geht es für zwei Wochen nach Bonduc Peninsula, also mitten ins Nichts, zu den anderen Daycare Centers und da kann ich dann bei allen Abschlussfeiern der Kindern mitmachen und Ende März haben dann auch „meine“ Kids ihren Abschluss und da bin ich dann natürlich auch dabei und ich denke mal das wird eine schöne Aktion.

So bis denne!

 

Palmen, Strand und Terrorismus

Autor: Till | Datum: 18 Februar 2012, 16:36 | Kommentare deaktiviert

HalliHallo,

der letzte Bericht ist lange her und da ja nicht alle den Rundbrief bekommen haben, der zwischen durch rausging hier mal ein bisschen was neues.

Also so neu ist es auch wieder nicht, darum müssen wir einen kleinen Zeitsprung zurück in den Januar machen, da stand nämlich das Zwischenseminar in Davao an und im Anschluss daran hatten wir noch einige Tage Programm zur politischen Situation mit dem National Office.

Die ganze Sache find schon super an, als wir am Flughafen fast alle anderen Freiwilligen getroffen haben und dann mit super Laune in den Flieger sind. Interessant war, dass die Leute hier nicht nur die Busse auf den Gefrierpunkt runterkühlen, sondern auch die Flugzeuge. So war es ein bisschen so als würden wir durch ein Kühlhaus wandern als wir einstiegen, komplett umgeben von weiß waberndem Nebel. Naja dafür wurde dann die ganze Zeit ABBA gespielt und dann haben wir uns einfach warm gesungen.

Das Seminar selbst war super spannend und unglaublich anstrengend. Davon kann man aber nur einen Punkt auf das Programm zurück führen. Also die beiden Leiter waren selbst für mehrere Jahre auf den Philippinen und wussten in sofern wo von sie reden und waren dabei noch super entspannt. Die meiste Zeit war jedoch dafür eingeplant sich mit den anderen über die Projekte und Einsatzstellen auszutauschen und alles mögliche zu diskutieren. Dem entsprechend waren die Tage voll mit interessanten Gesprächen und Nachts ging dann das Programm der etwas anderen Art ab. Also wir waren in einem traumhaften Ressort direkt am Meer, mit weißen Strand und Palmen, einfach wunderschön und Nachts konnte man dann super auf dem Steg ein bisschen feiern. Also Folge davon war ich dann keine Nacht vor halb 5 im Bett, was dann erklärt warum es auch ein wenig anstrengend war, also bei dem Morgen um 8 Uhr aufstehen. Naja aber es war einfach eine tolle Woche.

Nachdem die anderen dann wieder weg waren, haben Robert und ich uns dann auf den Weg zurück zur UCCP gemacht um dort unseren Ausflug anzutreten. Wir hatten eigentlich erwartet, dass ein kein richtiges Programm geben würde und wir uns ein paar Tage entspannen und vom Seminar erholen können, aber Fehlanzeige. Kaum angekommen wurden wir in einen Bus gepackt und ins Landesinnere gekarrt. Unser Begleiter war super nett und hat dann spontan, als wir ankamen erklärt, dass wir nicht an der grade laufenden Diskussion über Kirchenstruktur teilnehmen würden, sehr positiv, weil wir ja eh kein Wort verstanden hätten (da wird kein Tagalog gesprochen) sondern dass wir erst mal eine Runde in die Kneipe gehen. Super Einstand, er war gleich mal unser Held, obwohl wir ja nach dem Seminar eigentlich einen Gang zurück schalten wollten. Aber man lernt ja als Freiwilliger sich den Umständen anzupassen.

Nun gut am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter und hatten ein Gespräch mit einem Farmer über Landgrabbing und Minig und am Abend das gleiche noch mal mit ein paar Jugendlichen, aber über das Thema schreib ich noch mal separat, sonst wird das heute zu lang.

Auf jeden Fall sind wir dann wiederum am nächsten Morgen nach Cotabato City gefahren um uns dort mit der Jugendbewegung der Muslimischen Gemeinschaft zu treffen (wird auch noch im anderen Bericht aufgegriffen). Die waren dann super nett und dort wurde dann angeregt diskutiert und am nächsten Tag sind wir dann rein in die Vororte um dort mit der Dorfgemeinschaft zu diskutieren und mit den Menschen dort über die Aktivitäten der MILF zu sprechen, die von der Regierung als Terroristen bezeichnet werden. Naja eigentlich sind sie auch genau das, aber es ist halt ein wenig komplizierter. Danach haben wir uns dann noch eine riesige Moschee mitten im Nichts angeguckt und waren auf einer Demo für ein besseres Bildungssystem. Achja davor hatten wir noch ein Gespräch mit Schülern einer High School, aber das war eher ein Reinfall, weil die anwesenden Schüler eigentlich keine Ahnung vom System hatten und auch nicht den Mut Veränderungen zu fordern. Also bis auf die Leute mit denen wir unterwegs waren und so wurde die ganze Sache eher zu einem Werbeauftritt für die Demo danach. Auf jeden Fall durfte ich dann noch ein bisschen von SV arbeit und Bildungspolitik zu Hause erzählen und dann ging es auch schon weiter.

Zurück in Davao haben wir uns dann für den letzten Tag freigenommen und sind erst mal eine Runde Wakeboarden gegangen und nachts dann noch via CouchSurfing bei irgendwelchen Leuten gelandet und hatten eine super Nacht mit denen.

Tja und am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder zurück in die Einsatzstellen, das war dann nach 2 Wochen Gesellschaft auch wieder ein komisches Gefühl wieder alleine zu sein, aber das wurde bereits überwunden. 

So das war jetzt der Überblick über die Themen: Mining, Landgrabbing, MILF und Bildung gibt es wie ja bereits gesagt einen extra Bericht, dauert aber noch ein paar Tage, weil ich dafür mehr Zeit brauche.

Also haut rein,

Till  

 

DumDiDum

Autor: Till | Datum: 06 Februar 2012, 11:42 | Kommentare deaktiviert

Sooooo, bevor die Tagesschau heute Abend von Erdbeben und Tsunamigefahr auf den Philippinen berichtet, hier schon mal die kurze Info. War nicht meine Ecke, Ich lebe noch. ;)

 Und ein Artikel folgt bald auch mal wieder :)