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Lucena die 1.

Autor: Till | Datum: 30 November 2011, 03:45 | Kommentare deaktiviert

Also um die Zeit zwischen der Flut bzw. der Abreise aus Manila und dem heutigen Zeitpunkt nicht komplett auszulassen gibt es hier mal kurz den Bericht ueber diesen Zeitraum. Der ist allerdings aus dem Rundbrief kopiert, also wer diesen gelesen hat kann das hier getrost überspringen ;)

 

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Man könnte meine Zeit hier in Lucena auch als mein Leben als Maskottchen bezeichnen. Das fing schon bei unserem ersten kurzen Besuch hier an. Eigentlich sollten wir nur ein paar Mitarbeiter auf einer Versammlung kennen lernen, doch kaum waren wir angekommen, packten uns ein, zwei Leute und schoben uns in eine Halle. Unbedarft wie wir sind ließen wir das natürlich zu, was dann dazu führte, dass wir auf einmal in 700 Gesichter blickten die uns interessiert anguckten. Da wir selbst kein Mikrophon hatten, wurden wir kurz von der Bühne her vorgestellt und während dieser Zeit, guckten wir nett und winkten ab und zu mal.

Doch bevor ich jetzt weiter auf das Thema Maskottchen eingehe muss ich erst mal ein paar allgemeine Dinge zu meiner neuen Heimat hier in Lucena sagen.

Zu den Menschen mit denen ich es hier zu tun habe kann man nur eines sagen, und zwar dass sie unglaublich freundlich sind. Egal wo ich hin komme, immer werde ich mit einem aufrichtigen Lächeln begrüßt und es wird einem wirklich leicht gemacht sich hier heimisch zu fühlen. Besonders lustig ist es, dass sich die Leute hier einen Spaß daraus machen immer mehr Menschen zu finden die sich um mich kümmern. So wurde mir gleich am ersten Tag von drei der Presbyterrinnen erklärt, dass ich mich jetzt als ihr Sohn betrachten könnte und dass sie für mich sorgen würden. Das macht sich insbesondere dadurch bemerkbar, dass sie mir Essen zu stecken und rund um die Uhr um meine Sicherheit besorgt sind. Aber nicht nur die Mitarbeiter sind nett, sondern auch die Jugendlichen der Gemeinde sind freundlich und das schöne ist, dass keiner von ihnen versucht mich zum essen zu bewegen, was hier wirklich schon besonders ist.

Also was meine Gesellschaft hier angeht bin ich wirklich glücklich und auch mit meiner Unterbringung bin ich zufrieden. Ich wohne momentan in einem Raum mit angeschlossenem Bad auf dem Dach der Schule der Gemeinde. Neben an wohnen der Pfarrer und der Organist und so führen wir hier so etwas wie eine drei man WG.  Es gibt eine riesige Dachterrasse von der man die ganze Stadt überblicken kann und einen guten Ausblick auf die Berge in der Nähe hat, also kann man wirklich nicht meckern.  

 

Um etwas zu meiner Tätigkeit hier zu sagen muss ich wieder auf den Vergleich mit dem Maskottchen zurück kommen. So zu mindestens fühlte sich der erste Monat hier in Lucena an. Jeden Tag galt es eine andere Einrichtung oder Person zu besuchen und natürlich musste ich mich jedes mal auf Tagalog vorstellen, kann ich dadurch jetzt natürlich perfekt. Im Anschluss an die Vorstellungsrunde wurden dann noch ein paar Fotos von mir mit den Personen gemacht, die wir gerade besuchten und dann ging es weiter zum nächsten Termin. Mal abgesehen davon, dass es sich komisch anfühlt alle fünf Minuten fotografiert zu  werden war die Zeit jedoch durchaus sehr nützlich, da ich so fast alle wichtigen Menschen kennen lernte und mich schnell in der Stadt zu recht fand.

Besonders interessant war dabei ein Besuch in einem Dorf eines indigenen Volkes, das in der Nähe von Lucena lebt. So erfuhr ich eine Menge über die Situation dieser Menschen und in wie weit sie sich in den letzten Jahren verändert hat.

Auch wenn es natürlich sehr spannend ist eine Menge über verschiedenen Bereiche hier auf den Philippinen zu erfahren, konnte ich logischerweise nicht meine ganze Zeit damit verbringen Dinge anzugucken und deswegen machte ich mich dann vor 3 Wochen auf ins Daycare Center, in einem der umliegenden Dörfer, um dort als Lehrer mit zu arbeiten. Ich sitze grade am Bericht, der folgt also demnächst. Schönen Gruß an die Welt!

 

Wenn Vorhöfe zu Seen und Straßen zu Flüssen werden

Autor: Till | Datum: 06 Oktober 2011, 17:24 | Kommentare deaktiviert

So den letzten Eintrag habe ich glaub ich damit beendet, dass ich sagte ich müsste mal nach dem Dach sehen bevor es durch die Decke regnet. Das war zwar zu dem Zeitpunkt ein wenig übertrieben, aber unglücklicher weise sollte sich ein paar Stunden später ein ähnliches Problem ergeben.

Denn am nächsten Morgen hatte der Regen immer noch nicht aufgehört, sondern war nur noch stärker geworden, die Decke tropfte nun wirklich munter vor sich hin, und dass nicht wie vermutet nur an einer Stelle sondern gleich an dreien. Als wir jedoch aus der Haustüre guckten stellten wir fest, dass wir gleich ein viel größeres Problem haben könnten, da wir uns vorkamen als ob wir am Ufer eines kleinen Sees stehen würden. Bei meiner mutigen Erkundungstour quer über den See bis hin zur Mauer, die mittlerweile einem kleinen Staudamm glich bemerkte ich das die Straße nicht mehr zusehen war und die Menschen die sich tapfer durch die Fluten kämpften schon bis zu den Waden im Wasser standen.

Zurück an Türschwelle beobachten wir noch ein wenig das Treiben und erfuhren das Vorhöfe durch aus so etwas wie Brandung haben können, was wir vorher auch nicht gedacht hätten. Trotz alle dem ließen wir die Flut, Flut sein und entschieden uns noch eine Runde zu schlafen nachdem wir allerdings unsere Sachen auf den Betten platziert hatten.

Also Licht und Augen zu.

Ungefähr eine Stunde später raffte sich Robert auf und stieg wieder aus dem Bett, wobei er zu unserer Überraschung feststellte, dass er bis zu den Knöcheln im Wasser stand. Die nächsten Minuten waren dann zwar relativ lustig, ( es ist eine sehr interessante Erfahrung ein Papierschiffchen am Kühlschrank vorbei segeln zu sehen ) wurden allerdings von der Nachricht getrübt, dass wir das Hausverlassen müssen, bevor das Wasser die Stromkreise erreicht.

Schnell ein paar Sachen zusammen gepackt und los ging die Wanderung zum nahe gelegenen Hotel. Unterwegs wäre ich dann diverse Male beinahe gestürzt, was vermutlich den Laptop gekostet hätte, und wurde von Wellen die vorbei schleichende Autos verursachten komplett durchnässt, aber schließlich kamen wir sicher an. Das passende Video gibt es übrigens im Internet anzugucken, unterlegt mit qualitativ hochwertigen Kommentaren von Robert. ( http://www.youtube.com/watch?v=pXvA0-a21tE

Im Hotel hofften wir dann, dass das Wasser nicht noch weiter steigt, damit unsere zurückgelassen Gepäckstücke nicht nass werden. Im Endeffekt war das dann zum Glück auch nicht der Fall und am nächsten Mittag konnten wir dann in unser Haus zurück kehren.

Wir haben also unseren ersten richtigen Taifun gut überstanden.

Leider war das nicht bei allen der Fall, so dass wir am nächsten Tag in ein Gebiet führen das härter von dem Sturm getroffen worden war und dort Teile der Verwüstung dokumentierten.

Zur Zeit ( 5.10 eine Woche nach dem Taifun ) stehen manche Gebiete immer noch unter Wasser. Aus diesem Grund wurden verschiedene Hilfsaktionen gestartet, allerdings bekomme ich von denen momentan wenig mit, da ich den Standort gewechselt habe und gerade von Lucena aus schreibe.


Der Start in unseren Projekten war ja eigentlich für letzten Freitag angesetzt, allerdings hat sich unsere Abreise durch den Taifun verzögert.

Nunja jetzt bin ich jedoch endlich zum nächsten Ziel meiner Reise aufgebrochen, okay wenn man es genau nimmt bin ich schon da, aber das ist jetzt egal. Also am Montag wurde ich Morgens von meinem neuen Chef und dem Präsidenten der Jugendorganisation des Gebietes  abgeholt und wir machten uns auf den Weg nach Lucena. Auf dem Weg dorthin legten wir einen Stopp in einer anderen Stadt ein, in der sich das Büro der Menschenrechts- und Friedenspolitikabteilung befindet und planten dort schon mal einen Teil der Aktionen und Veranstaltungen an denen ich im nächsten Jahr teilnehmen werde.

Daraufhin fuhren wir weiter und endeten im Haus der Familie vom Chef, zwar immer noch nicht in Lucena, aber das machte nichts, da die ganze Familie super nett war und ich so einen netten Abend verbrachte.

Am nächsten Morgen ging es dann allerdings schon um 4 Uhr los, um schon morgens in Lucena zu sein.

 

Ach an dieser Stelle könnte ich eigentlich mal eben etwas über das Reisen hier erzählen. Also die Verbindung zwischen den Städten stellen Reisebusse dar, wie wir sie natürlich auch zu Hause haben. Es gibt nur ein paar Unterschiede, einer davon ist, dass die ganze Zeit die Klimaanlage läuft um die eine Angenehme Temperatur zu schaffen, allerdings läuft dabei irgendetwas schief. Meistens ist es so kalt, dass man alles daran setzten muss, zu versuchen die Luft die aus den Lüftern strömt bloß von einem selbst wegzuhalten, ansonsten kann es gut passieren, dass man richtig anfängt zu frieren, auch wenn draußen mehr als 35 Grad herrschen. Des weiteren ist man hier nicht gezwungen ins Kino zu gehen, wenn man nur regelmäßig Bus fährt. Denn während der Fahrt werden die neusten Hollywood Streifen gezeigt, so dass ich jetzt schon alle Filme gucken konnte die grade im Kino waren als ich Deutschland verlassen habe, sehr praktisch auf jeden Fall. Kopierschutz und Urheberrechte sind halt ähnlich wie Verkehrsregeln hier eher Empfehlungen als Gesetzte.

Achja und bei jedem Stopp versuchen die fliegenden Händler ihre Waren an den Mann zu bringen, insbesondere frittierte Schweinehaut ist sehr gefragt, schmeckt auch super, ähnlich wie Chips, aber dennoch kommt bei mir morgens um 4 nicht unbedingt das Verlangen danach auf.

 

Aber zurück zum Thema, also in Lucena angekommen stellte ich nur kurz meine Sachen ab und dann ging es nach einem kleinen Frühstück schon weiter. Auf dem Programm stand es die älteren Leute der Gemeinde, die es nicht mehr zu den Veranstaltungen schaffen zu besuchen. Ich glaube es waren acht Besuche, alle lustig, aber es gab ein großes Problem. Ungelogen bei jedem dieser Besuche gab es etwas zu essen und zwar nicht nur einen Keks oder so, nein es gab Reis, Nudeln, Kuchen und so weiter. Das konnte man natürlich auch nicht ablehnen, also immer rein damit. Dann ging es weiter zu einem der abgelegenen Bereiche direkt am Meer, wo es nach einer kleinen Aktion auch wieder etwas zu essen gab.

 

Trotz all dem Essen war es übrigens ein klasse erster Tag hier, besonders das Ende des Tages war interessant, da am Tag vorher eine der Mitarbeiterinnen gestorben war und es so eine Trauerfeier gab, bei der es wirklich lustig zu ging. Ich hörte mir also drei Stunden Anekdoten über eine Frau an die ich nicht kannte und das auf einer Sprache die ich nicht verstehe und trotzdem konnte ich an der Stimmung teilhaben, ins besondere dadurch, dass ich irgendwann ein paar Leute in meinem Alter gefunden habe, die für mich übersetzten. Am Ende wurde noch gegessen und insgesamt war die Stimmung doch sehr ausgelassen für den Anlass, die Verstorbene konnte übrigens die ganze Zeit daran teilhaben, sie war nämlich vorne aufgebahrt. Heute hab ich den erfahren, das es Tradition ist bei verstorbenen Mitarbeitern jeden Tag bis zur Beerdingung eine solche Feier abzuhalten, allerdings war die heute kürzer und ging nur eine Stunde.

 Ich hab mich bis jetzt ganz gut in die Gemeinde hier eingefunden und jede Menge nette Leute kennen gelernt und wenn es so weiter geht wird das wirklich eine super Zeit.

Im übrigen haben wir heute auch mal so etwas wie einen groben Plan ausgearbeitet was ich wann machen werde, was auch durchaus positiv ist.

 

Nunja alles in Allem geht es mir im Moment wirklich gut und ich fühle mich wohl hier. Achja zu meiner Unterkunft muss ich auch eben noch etwas sagen, auch wenn es hier immer länger wird. Ich wohnte neben der Wohne mehr oder weniger auf dem Dach in einem großen separaten Raum direkt neben der Wohnung in der mein Chef wohnt, der auch klasse ist, wenn er hier in der Ecke und nicht bei seiner Familie ist. Die Aussicht vom Flachdach ist ziemlich gut, so dass ich die ganze Stadt überblicken kann und ich habe alles was ich brauche.

 

So das war es jetzt glaub ich erst mal,

bis denne

Till

 

 

Oktoberfest und Büffelreiten

Autor: Till | Datum: 27 September 2011, 06:28 | Kommentare deaktiviert

Jetzt ist der erste Monat um und dennoch ist noch nicht so etwas wie Routine eingekehrt, das ist allerdings auch sehr angenehm, da wir so jeden Tag neue Dinge entdecken und neue Teile des Landes kennen lernen. Besonders interessant und auch sehr lustig war unserer Trip in die ländlichen Regionen, aber bevor ich davon erzähle muss ich noch eben eine erschreckende Erkenntnis mitteilen:

Das Oktoberfest gibt es auch auf den Philippinen. Zwar sieht die ganze Sache hier ein bisschen anders aus, der Sinn ist jedoch der gleiche. Führsorglich wie unsere Gastgeber sind war natürlich klar, dass die beiden deutschen Jungs unbedingt auf dieses Fest müssen. Wir haben uns auch nicht lange bitten lassen, also war das Abendprogramm beschlossene Sache. Leider, oder vielleicht auch zum Glück kamen wir ein wenig zu spät, so dass wir uns entschieden uns doch nicht ins Getümmel zu stürzen sondern lieber in einem kleineren Cafe etwas trinken gingen. Allerdings brachte uns der Abstecher auch noch eine neue Erfahrung ein, denn ich habe in meinem ganzen Leben noch keine so lange Schlange gesehen. Unmengen von jungen Philippinos standen die ganze Schnellstraße entlang, quer über eine Tankstelle und um zwei Ecken an, nur um auf besagtes Oktoberfest zu kommen. Nunja das war auf jeden Fall unser kurzer Kontakt zum philippinischen Oktoberfest, zwar haben wir nicht mit gefeiert, aber allein die Erkenntnis das es so etwas hier gibt hat uns doch sagen wir einmal überrascht.

Jetzt aber weg von solch merkwürdigen kulturübergreifenden Festen hin zu eher typischen Aktivitäten. Teil unserer Einführung war es nämlich nicht nur Manila als Großstadt, sondern auch das Leben auf dem Land kennen zu lernen. Das ist insofern wichtig, da die meisten Menschen auf den Philippinen in den ländlichen Provinzen leben und die Agrarkultur der größte Wirtschaftssektor ist. Also packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg nach Umingan. Der Beschreibung unserer Gastgeber nach musste dieses Dorf winzig sein, als wir jedoch nach vier Stunden Busfahrt ankamen wurde mir klar das es mindestens so groß ist wie Rheurdt. Das Leben ist allerdings doch ein anderes. Nach dem wir vorgestellt worden waren, machten wir mit der Jugendgruppe des Dorfes einen kleinen Rundgang, der hauptsächlich dazu genutzt wurde Fotos von uns an allen möglichen Plätzen und mit allen möglichen Menschen zu machen. Danach trennten sich unsere Wege und wir fuhren jeweils zu einer anderen Gastfamilie. Um es schon einmal klar zu stellen waren unsere Familien nicht die typischen Farmer, da sie deutlich mehr Geld hatten als der Durchschnitt, also kann man die Dinge die ich jetzt schildere nicht als Normalzustand betrachten. Nunja meine Familie lebte hauptsächlich davon Hühner aufzuziehen, davon hatten sie auch jede Menge, nämlich ca. 40000. Also war es eine der Aufgaben die Hühner zu füttern. Dabei musste ich meine persönliche Meinung im Hinblick auf Rechte von Tieren und artgerechte Haltung einfach mal runterschlucken um den Frieden zu waren. So werden die Hühner zum Beispiel Tag und Nacht mit lauter Musik beschalt um sie zum einen an Lärm zu gewöhnen und sie zum anderen nicht zu Ruhe kommen zu lassen, damit sie nicht zu viel Fett ansetzen.

Dieser Aspekt war jedoch zum Glück der einzige der negativ war an den Tagen auf dem Land, denn der Rest der Zeit war wirklich schön. So gab es jede Menge Dinge zu tun die man normaler Weise nicht jeden Tag macht, wie zum Beispiel Schweine waschen, wobei ich selbst jedoch deutlich nasser wurde als die Tiere. Außerdem hatten wir die Chance auf einem Wasserbüffel zu reiten, was ziemlich lustig ist, und mit dem Büffel das Feld zu pflügen, was ziemlich anstrengend ist. Die letzen beiden Nächte waren Robert und ich dann wieder zusammen untergebracht und wir hatten die unglaubliche Gelegenheit deutsches Fernsehen zu gucken, was wir dann auch gleich mal nutzen um neues aus der Bundesliga zu erfahren. Diese Neuigkeiten trugen dann natürlich zu meiner guten Laune bei, so das auch die Tatsache das ich unter laufenden Kameras Karaoke singen musste nichts daran ändern konnte. Es war also eine schöne Zeit auf dem Land und auch unsere Gastgeber dort hatten Spaß, so dass wir gleich wieder eingeladen wurden. Also vielleicht gucken wir dort noch einmal vorbei.

Das einzige Problem, das dieser Besuch mit sich führen könnte wäre vermutlich meine Hochzeit. Will heißen das Robert und ich egal wo wir hinkommen erst einmal verkuppelt werden sollen, und da ich mich ja meistens als Single oute trifft es mich dann noch mal härter als Robert. Zwar ist das meiste davon nur Spaß aber es führte dann zum Beispiel dazu, dass während unserer Verabschiedung die Mädels neben uns ihre Vornamen mit unseren Nachnamen ausprobierten. Aber mit dem Risiko müssen wir dann wohl leben.

Achja wir haben außerdem mein zukünftiges Heim in Lucena City besucht, ein wirklich schöner Ort am Meer mit Strand und toller Landschaft drum herum. Aber davon werde ich dann in den nächsten Wochen berichten, da am Freitag unsere Einführungszeit endet und ich mich nach Lucena begebe um da meine Stelle anzutreten. Was ich dort machen werde klärt sich am Sonntag, aber das was ich bis jetzt gehört habe klingt super spannend.

Ich muss jetzt mal aufhören, da wir uns darüber Gedanken machen müssen wie wir mit unser tropfenden Decke verfahren. Das Problem ist nämlich das mal wieder Taifun angesagt ist und es kübelt wie aus Eimern.

Also macht’s gut

Till

 

So jetzt ist es der nächste Morgen und unser Zimmer steht voll Wasser so das wir ins Hotel mussten, aber davon in den nächsten Tagen mehr wenn die Sache vorbei ist. Aber es geht uns weiter hin gut!

 

Von Stromschnellen, Kampfhähnen und kulinarischen Erlebnissen

Autor: Till | Datum: 17 September 2011, 14:33 | Kommentare deaktiviert

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So jetzt sind wir ein bisschen länger als zwei Wochen auf den Philippinen und noch immer haben wir in Manila unsere Einführungsphase.

Anfang letzter Woche wurden wir offiziell durch die Mitarbeiter des UCCP Office und den Bischof der Region begrüßt. Es gab eine kleine Zeremonie, an der wir gleich mal teilnahmen und ein Lied zum besten gaben und das diesmal wirklich freiwillig! Danach gab es natürlich, wie sollte es auch anders sein etwas zu essen. Essen ist übrigens unsere Hauptbeschäftigung hier und die größte Herausforderung ist es sich um die ein oder andere Mahlzeit zu drücken.

 

Aber ich wollte eigentlich etwas über die Aktionen die wir zur Zeit haben erzählen. Also zurück zur Einführungsphase. Das heißt täglich verschiedene neue Dinge kennen lernen um einen Überblick über die momentane Situation auf den Philippinen zu bekommen. So waren wir zum Beispiel heute Morgen beim Generalsekretär der Arbeitergewerkschaft KMU, der uns jede Menge über die Wirtschaftslage erzählte und uns über die Ziele und Hoffnungen der Gewerkschaft aufklärte.

Am  Abend davor galt es ein Projekt der UCCP für Prostituierte kennen zu lernen, in den die Frauen und ihre Kinder gestärkt werden und ihnen verschiedene Dinge beigebracht werden, die ihnen ein evtl. Aussteigen aus dem Milieu ermöglichen, wie z.B. Nähen oder auch Haare schneiden. Im Anschluss an den theoretischen Part machten wir noch mit den Mitarbeiterinnen des Projektes einen Rundgang durch das Viertel, bei dem wir die Chance hatten uns von den betroffenen Frauen selbst einiges erzählen zu lassen und ihnen ein paar Fragen zu stellen.

Zwischendurch gibt es natürlich auch mal weniger interessante Einheiten, aber insgesamt ist es doch sehr spannend.

 

Weiter oben hatte ich ja bereits erzählt das wir mehr oder weniger gemästet werden, will heißen dass z.B. während unserer Sprachstunden alle 90 Minuten kommt Ate Inie mit einem Tütchen voller Snacks in den Raum. Das können den ganz konventionelle Chips sein, oder aber Leckerein wie karamellisierte Bananen oder auch eine riesige Pizza sein. Und das alles natürlich zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten, aber es ja nett gemeint, also fühlen wir uns super versorgt.

Da wir es jedoch unserem Gefühl nach nicht schaffen uns um genug Mahlzeiten zu drücken, haben wir beschlossen gelegentlich joggen zu gehen. Der Plan wurde dann auch direkt am nächsten Tag in die Tat umgesetzt, blöderweise starteten wir erst um 12 Uhr Mittags was dann dazu führte, dass wir nicht besonders weit kamen und völlig fertig wieder umdrehen mussten, weil es schon ca. 35 Grad waren. Also sind wir die nächsten beiden Male schon um 6 gestartet, was die ganze Sache deutlich angenehmer macht.

Aber ich möchte hier jetzt nicht den Eindruck erwecken als würden wir hier immer besonders früh aufstehen. Die Menschen die uns hier beherbergen machen sich schon darüber lustig wie lange wir schlafen. (Wenn möglich so bis 11 oder 12, klappt aber leider nur selten, weil wir für die Aktionen zum Teil um halb 9 los müssen.) Der Grund dafür ist aber relativ einfach, aus irgendeinem Grund ist es kaum möglich vor 2 Uhr Nachts einzuschlafen, also hilft nur den Schlaf über den Tag und den Morgen zu verteilen.

Geweckt wird man allerdings egal zu welcher Uhrzeit auf die gleiche Weise. Das liegt daran, dass vor unserem Haus auf dem Hof ca. 15 Kampfhähne leben, die die Männer der Umgebung am Wochenende mit zu Hahnenkämpfen nehmen. Und eine der ersten Sachen die wir herausgefunden haben ist, dass es eine dreiste Lüge ist, das Hähne nur Morgens krähen!

 

Mittlerweile haben wir schon jede Menge philippinische Spezialitäten probiert, die letzte war Durian, eine Frucht die man schon wenn man in die Nähe eines Marktes oder Supermarktes kommt riecht. Um ehrlich zu sein, die Frucht stickt bestialisch, aber das akzeptiert hier jeder, da der Geschmack als sehr lecker gilt. Wir sind uns da noch ein wenig uneinig, aber ich finde, dass man sie auf jeden Fall essen kann und bin mal gespannt was wir noch so alles probieren können.

 

Abschließend vielleicht noch ein Kommentar zur Regenzeit. Irgendwie schaffe ich es noch nicht so richtig mich daran zu gewöhnen einen Regenschirm mitzunehmen auch wenn die Sonne strahlend am Himmel steht und es über 30 Grad sind. Leider bleibt das dann nicht immer so, sondern ändert sich inner halb von wenigen Minuten was dann zur Folge hat das ich nass werde, aber da muss man dann durch. Genauso ungewohnt ist es, wenn man auf den Innenhof kommt und sich wundert warum alle Hähne auf ihren Stangen sitzen und auch die Katzen nicht zu sehen sind, bis man bemerkt, dass man um das Tor zu erreichen erst einmal zwei Stromschnellen passieren muss. Hat man dann das Tor erreicht steht man auf der Straße die mittlerweile aus kleinen Seen besteht. Eine halbe Stunde später ist das ganze Spektakel dann wieder vorbei und es sieht wieder nach Sommer, Sonne Sonnenschein aus. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber doch irgendwie super. Also eigentlich wie alles hier. So weit erst mal.

Schönen Gruß

Till

 

Die ersten Tage

Autor: Till | Datum: 31 August 2011, 14:27 | Kommentare deaktiviert

So der erste Bericht von den Philippinen, wir sind zwar erst zwei Tage wirklich hier, aber es ist doch schon einiges passiert.

Zunächst einmal sind wir gut angekommen. Nach einer kleinen Diskussion über unser Visum mit der Dame bei der Passkontrolle, wurden wir dann von Ate Amy, Ate Iny und Miriam am Flughafen abgeholt und sind erst einmal ins Hotel der UCCP gebracht worden, danach dann noch in der Mall essen gewesen und das war es dann auch schon mit dem ersten Abend auf den Philippinen. Mittlerweile wohnen wir in Ate Amys Haus, wo wir den ganzen ersten Monat zur Einführung bleiben werden.

Das Programm ist bisher interessant, also soweit man das nach zwei Tagen sagen kann und die Menschen mit denen wir zu tun haben sind super nett.

Heute (30. August) haben wir eine Tour durch die Stadt gemacht um den geschichtlichen Hintergrund besser zu verstehen, also einmal quer durch Manila. Dabei gab es dann verschiedene neue Erfahrungen zu machen: Das erste Mal Jeepney fahren, was eigentlich ziemlich lustig ist.  Das erste Mal Halo-Halo essen, was sehr süß und ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, (da es bisher ja noch nicht vorkam, dass wir in unserem Eis auf einmal z.B. Bohnen gefunden haben) aber definitiv essbar ist. Das Essen an sich ist sowie so gut, jede Menge Reis und dazu dann verschiedene Fleischsorten und ab und zu Gemüse.

Aber ich war ja bei neuen Erfahrungen. Die sicherlich skurrilste, aber auch lustigste, gab es dann beim Abendessen zu machen. Bei der anschließenden Tanzshow wurden Freiwillige gesucht, zwar war ich nicht wirklich freiwillig, allerdings musste ich dann trotzdem auf die Bühne das erste galt es einen philippinischen Volkstanz mit Bambusstangen mit zu tanzen, klappte auch ganz gut, also war es eine super Sache. Das zweite Mal das wir mehr oder weniger freiwillig auf die Bühne kamen war dann ein wenig anders, dieses mal hatte es auch Robert erwischt, allerdings konnte ich seinen Auftritt leider nicht sehen, weil ich in der Zeit für meinen ganz speziellen Auftritt vorbereitet wurde. T-Shirt aus und rein ins Hula Outfit, lustiger Weise hatten wir, in dem Fall ich und ein Japaner den es auch erwischt hatte, Frauenkleider bekommen, in denen wir dann auf der Bühne unser bestes gaben, im ersten Moment ein wenig unangenehm, aber insgesamt super lustig, gerettet wurde unser Auftritt zum Glück durch die Tänzerinnen die den Tanz richtig konnten und uns einfach mit einbanden.
Tja so viel erst mal zu den ersten zwei Tagen hier, wenn das so weiter geht wird es auf jeden Fall ein sehr interessantes Jahr.

So ein kleiner Nachtrag von heute Abend (1.9.) grade das erste Mal Balut gegessen, schmeckt gut, aber drüber nachdenken was man isst sollte man wirklich nicht.

 

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